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Vornamen und ihre Bedeutung PDF Drucken E-Mail

Die Vornamen wurden von unseren Vorfahren bereits verwendet, noch bevor sich die eigentliche deutsche Sprache entwickelte. Lange Zeit brauchte es nicht mehr als einen Vornamen, um Menschen nicht nur ansprechen, sondern auch eindeutig von einem andern unterscheiden zu können.

Da der Vorname also daher kommt, dass man seinen Träger damit ansprechen konnte, spricht man hier auch vom Rufnamen. Der Begriff Vorname wurde erst in Zeiten verwendet, in denen ein Name alleine nicht mehr ausreichte, um eine Person zu identifizieren. Um Personen mit gleichem Rufnamen auseinander zu halten wurde ein Nachname eingeführt.

Hier im Infocenter finden Sie die Bedeutung zu gängigen Jungen- und Mächennamen.

Germanische Ursprünge

Der Grundstock der Bildungsweise unserer Rufnamen liegt im Germanischen (5. Jh.). Der Name wird aus zwei formalen Namengliedern zusammengesetzt und ist gleichzeitig ein Charakteristikum der indoeuropäischen Rufnamen: Miro-slav, Slavo-mir, Wladi-mir, Hero-philus, Fried-bert usw. Diese bilden somit Vollnamen, also vollständig zweigliedrige Namen. Im germanischsprachigen Raum tritt vorwiegend die Verwendung von Substantiven und Adjektiven auf. Zum Beispiel: Hildebrand = altgerm. Rufname (dithematisch = Name mit zwei Themen). Auch Gerhard, Dietlind, Walburga.

Das Verhältnis der Namenglieder war circa bis ins 4. Jahrhundert sinnvoll aufeinander bezogen, in der Folge wurden die Glieder einfach addiert. Beispiel: Hilde-gund, oder Hildewig = 2x Kampf = nicht sinnvoll, aber bekräftigend. Oder kontrastierend: Hilde-fried = Kampf und Frieden.

Germanische Vornamen waren oft zweigliedrig - die Vornamenbestandteile charakterisierten Eigenschaften ihres Trägers. (Quelle: nordvargr) Germanische Namen zeichnen sich außerdem durch den Stabreim aus, wie Gunther und Giselher. Aber auch durch genealogische Alliteration, wie Heribrand, Hildebrand und Hadubrand.

Zwischen 750 und 1050 wurden die einzelnen Bedeutungen der Namenglieder schon nicht mehr erkannt. Die Semantik war nicht mehr von Bedeutung.
Die Namen wurden eher des Klanges wegen kombiniert. Gleichzeitig waren auch eingliedrige bzw. monothematische Rufnamen verbreitet: Bruno, Karl, Ernst etc. Und auch Kurzformen aus verschiedenen Bildungsvarianten wurden gerne geformt: a) aus dem ersten Namenglied: Wolf, Brand > einstämmige Kurzform, b) aus dem ersten Namenglied in Kombination mit dem Erstlaut aus dem zweiten Namenglied: Dietmar > Dimo, Thimo > zweistämmige Kurzform, c) kontrahierte Formen aus Vollnamen: Berhard > Bernd; Arnold > Arnd; Kuonhard > Konrad, Kurt. Sowie d) Namenglied + Suffix: Ott-o/e, Kun-o, Rud-i, Sig-i, Hein-z, Lut-z, Diet-z > männlich; Adela > Od-a, Brun-a > weiblich. Die Wahl der Suffixe entspricht so gewissermaßen den Geschlechtern.

Veränderung im Namengebrauch im Mittelalter

Durch die Umgestaltung von Namengliedern bei gleichzeitiger Verdunklung der Semantik, als die Bedeutung nicht mehr verstanden wurde, traf eine Veränderung im Namengebrauch ein.
Auch durch die Reduktion oder Abschwächung des zweiten Gliedes (ab dem 8. Jh. wurden die Wörter zunehmend auf der ersten Stammsilbe betont) oder durch Assimilation (hiltja > hilla), sowie durch Umstellung (beraht > bert, brecht) entstanden neue Rufnamenformen.

Dies mündete in einer massenhaften Ausbreitung von Kurz- und Koseformen, maßgeblich in den sozial niedrigeren Schichten des 13. und 14. Jahrhunderts, und zeigt sich moch heute in dem begrenzten Repertoir an Namengliedervarianten.

Im Mittelalter setzten sich vor allem christliche Vornamen im deutschen Sprachraum durch. (Quelle: Karsten Juhl) Aber dadurch gingen auch vergessene, ausgestorbene althochdeutsche Vornamen(-glieder) aus dem Namenschatz in den allgemeinen Wortschatz über: Friedrich > Fritz > Zeitungsfritze; Heinrich > Heinz > Heinzelmännchen; Mechthild > Metze = unverheiratetes Bauernmädchen, Geliebte oder auch Dirne; Ruprecht > Rüpel. Oder sie finden sich heute in Familiennamen.

In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts begann der Zustrom der fremden christlichen Namen und drang in den alten germanischen Namenschatz ein. Vor allem bei Geistlichen herrschten zuerst biblische und hebräische Namen vor: Abraham, Adam, Daniel, David.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hing die Namengebung stark mit der Heiligenverehrung zusammen, in der Städte und Berufsgruppen bereits Schutzpatrone aufweisen und Namen wie Nikolaus, Martin und Georg und dementsprechende Kurzformen in Gebrauch waren.
Bei den Heiligennamen kann man von der ersten Namenmode sprechen. Sie sind lateinischen, griechischen und hebräischen Ursprungs und haben sich ausgehend von Norditalien und Südfrankreich nach Westen hin ausgebreitet und innerhalb des heutigen Deutschland von West nach Ost und später nach Norden verbreitet. Diese Entwicklung wurde größtenteils vom städtischen Bürgertum vorangetrieben.

Auch während der Kreuzzüge war die Entfaltung des Heiligenkultes ein Mittel zur Förderung der Volksreligiösität. Es bildeten sich Standardnamen, wie im späten Mittelalter die Spitzenreiter Johannes und Margarethe. Dahinter Nikolaus, Peter, Elisabeth und Katharina. Auch sie werden verkürzt - für unseren Sprachraum zum Beispiel: Jan < Johannes, Klaus < Nikolaus usw. und der jeweiligen Sprache angepasst: Stephanus – Steffen – Steven (engl.) - Esteban (span.).

Vornamen in der heutigen Zeit

Seitdem hat sich der Grundstock des Namenschatzes nicht sonderlich geändert. Die Namengebung entspricht den verschiedenen Modeerscheinungen.

Während der Reformation wurden katholische Heiligennamen in protestantischen Familien abgelehnt, um sich bewusst vom Katholizismus abzugrenzen. Man bevorzugte Namen aus dem Alten Testament, wie David, Jakob und Esther, sowie griechische, lateinische und hebräische Namen in der Zeit des Humanismus.

Später im 17. und 18. Jahrhundert kamen zweigliedrige deutsche Namen im Pietismus auf und drückten die besondere Frömmigkeit der Namengeber aus: Traugott, Leberecht, Gottlieb. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine bewusste Abkehr von der kirchlichen Namengebung, die aber am schlechten Erfolg der Namen, wie Anmuta, Milda, Bluma oder Sanftine kaum Spuren hinterließ. Auffallend ist, dass es sich hauptsächlich um weibliche Namen handelt.

 Schon seit dem 16. Jahrhundert entlehnen alle Völker Namen und man kann von einem sprachlichen und kulturellem Austausch zwischen den Kulturen und deren Sprachen sprechen, wobei es sich um Namenmoden und natürlich die jeweiligen Motivationen und Geschmäcker der Namengeber handelt.

In der Zeit Ludwigs XIV. waren französische Namen beliebt und wurden an die einzelnen Sprachen angepasst: Hanna, Anna, Barbara, Charles > Annette, Babette, Charlotte usw. Aber auch Namen aus dem Englischen, Skandinavischen und Russischen hatten und haben großen Einfluss.

Beliebte Vornamen

Die Gesellschaft für deutsche Sprache ermittelt jedes Jahr die beliebtesten Vornamen in Deutschland und bietet dazu auch eine Übersicht der Lieblingsnamen seit 1995.

Beliebteste Vornamen in Deutschland 2007 (Quelle: GFDS)

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