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Kirchenarchive PDF Drucken E-Mail

Ein Kirchenbuch ist ein Personenverzeichnis und enthält Aufzeichnungen über kirchliche Amtshandlungen, in erster Linie und vorrangig zu Sakramentsspenden.

Dies sind im einzelnen vor allem Taufen, Heiraten und Sterbefälle bzw. Begräbnisse, aber auch Firmlisten, Konfirmandenlisten, Verzeichnisse der Pfarrangehörigen usw..

Allgemeines zu Kirchenarchiven

Kirchenarchive sind wichtige Quellen für den Ahnenforscher. Im Bild: Kirchturm in Hildesheim (Quelle: Abu Dum)Kirchenbücher setzen im 16. Jahrhundert ein und werden in der Regel erst im 18. Jahrhundert durchgängig und lückenlos verfügbar.

Dies trifft für die evangelischen Gebiete genauso zu wie für die katholischen, wobei die evangelische Kirche die Einführung von Kirchenbüchern in ihren Kirchenordnungen ein paar Jahrzehnte vor dem Beschluss der Katholischen Kirche dies auch zu tun, vorschreibt.

Der Nutzen dieser Kirchenbücher war ganz klar ein finanzieller. Es werden die durch den Gemeindepfarrer ausgeführten Handlungen aufgelistet: Taufe, Trauung und Beerdigung.

Später gehen sie in die staatlichen Personenstandsregister über, in denen amtlich festgehalten wird, wer geboren und gestorben ist. Ein solches Beispiel sind die städtisch geführten Leichenbücher der Leichenschreiberei, in denen jeder Einwohner der jeweiligen Stadt aufgenommen wird, wenn er stirbt. Darüber hinaus wurden auch die jeweiligen Verwandten, wie zum Beispiel Väter oder Ehemänner, erfasst, falls sie den Vormund über den Verstorbenen inne hatten.

Meist sind all diese Quellen bereits auf Mikrofilm erhältlich, leider nur in seltenen Fällen digital online einzusehen.

Forschungstipps

Die jeweils zuständigen Pfarrämter bewahren die Kirchenbücher auf, wenn sie nicht der Zentralisierung zum Opfer gefallen sind, was jedoch nicht die Regel ist. Trotz vieler Verluste durch Kriege, bestehen für alle deutschen Länder Bestandsübersichten.

Kirchenbücher sind selten zentral archiviert. Im Bild: Textausschnitt aus einer Kirchenbuch-Quelle (Quelle: marien-kirchenarchiv.de)Für den Informationsgehalt gilt: Für die Zeit bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) ist, wiederum regional sehr unterschiedlich, eine äußerst spärliche Überlieferung von Kirchenbüchern zu beklagen.

Wenden Sie sich mit ihrer Fochungsfrage also zuerst an das Pfarramt, welches zum relevanten Zeitpunkt verantwortlich war. Dieses kann ihnen Auskunft über den Verbleib der Kirchenbücher erteilen und sie an das entsprechende Archiv verweisen.

Gehört ein Vorfahr einer anderen Glaubensgemeinschaft an, wie Hugenotten, Juden oder anderen, muss man spezifische Verzeichnisse benutzen. Weitere Quellen, die Sie in Kirchenarchiven finden können, sind zum Beispiel Beicht- und Abendmahlbücher, Konfirmandenbücher und Ordiniertenbücher.

Interessante Links

Im Evangelischen Zentralarchiv Berlin werden schriftliche Quellen zur Geschichte der evangelischen Kirchen in Deutschland seit Mitte des 19. Jh. verwahrt. Hierzu zählen auch abgegebene Bestände anderer kirchlicher Vereinigungen. Neben Akten umfasst das Archiv evangelische Kirchenbücher, Fotografien von Gebäuden, Personen und Ereignissen der Kirchengeschichte nach 1945 sowie eine Spezialbibliothek.

Im Verband Kirchlicher Archive sind alle Evangelischen Kirchenarchive in Deutschland zusammengefasst.

Die Katholischen Kirchenarchive sind in der Arbeitsgemeinschaft der Ordensarchive organisiert. Dort finden Sie auch weiterführende Informationen und Links zu den einzelnen Archiv-Portalseiten:



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