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Bedeutung von Ortsnamen PDF Drucken E-Mail

Für die Ahnenforschung sind Ortsnamen in verschiedener Hinsicht interessant und wichtig:

Zum Einen, wenn man als Familiennamen einen Herkunftsnamen zu einem Ortsnamen trägt. Zum Beispiel Hamburger, Reinheimer oder Schweinsteiger. An ihnen erkennt man die geografische Herkunft des ersten Namenträgers. Zum Anderen ist dann die Bedeutung des Ortsnamens selbst von Interesse.

Verschiedene Typen von Ortsnamen

Ausgehend von der Benennung von Wiesen, Feldern, Fluren, Bächen, Flüssen, Bergen, Wäldern etc. dienten diese geografischen Namen als Orientierungspunkte, die im Laufe der Sprachgeschichte zu Stellenbezeichnungen (aber auch Gewässernamen, auf -bach, -ach) wurden und sich in einigen Fällen zu Namen für Siedlungen entwickelten.

Namensverteilung zum Familiennamen Hamburger. (Quelle: www.verwandt.de/karten)
Siedlungsnamen wurden im Laufe der Zeit nicht nur den Bewohnern (spezieller Typ: Insassennamen – Ortsnamen, die sich auf die dort wohnende Gruppe von Personen bezieht, wie Sigmar-ingen) zugewiesen, sondern auch umliegenden und später auch ferneren Siedlungen geläufig und festigten sich im Gebrauch. So findet man heute Hamburger nicht nur in Norddeutschland, wie nebenstehende Karte beweist.

Andererseits wurden auch Plätze nach deren Bewohnern benannt, wie zum Beispiel Dresden, das „Ort der Waldbewohner“ bedeutet.

Flur- und Ortsnamen können verschiedenen Sprachen entstammen und sind regional unterschiedlich stark ausgeprägt und damit eine gute Quelle, um Siedlungsnester ausfindig zu machen und eine Verbreitungskarte der Namenlandschaft zu erstellen: Keltische und römische Namen, die v.a. Im Westen und Süden Deutschlands auftreten, skandinavische Ortsnamen im Norden und – vor allem in den neuen Bundesländern -Namen slawischer Herkunft.

Slawische Ortsnamen

Im Zuge der Völkerwanderung verließen germanische Stämme den Raum zwischen Elbe und Ostsee und während des 5. und 6. Jahrhunderts ließen sich slawische Stämme in diesen Regionen nieder.

Der Stadtname Leipzig ist wie viele andere Ortsnamen im Osten Deutschlands slawischen Ursprungs. (Quelle: Lutz456)
Im 8. Jahrhundert hatten sie sich dann von Mecklenburg und Ostholstein bis nach Oberfranken ausgebreitet. Im 10. Jahrhundert entstanden mit der Ostbesiedelung der Deutschen auch Siedlungen neben denen der Slawen.

Die slawischen Ortsnamen wurden oft von den deutschen Siedlern übernommen und im Laufe der Geschichte sprachlich kombiniert und angepasst.

Auf diese Weise entstanden z.B. die Städtenamen Berlin (brl-in - morastige Stelle), Chemnitz (kamen-ica - steiniger Bach), Rostock (roz tok - Ort, an dem Wasser auseinander fließt) oder Leipzig (Lipsko).

Bedeutung von Ortsnamen

Neben Fluss- und Personennamen sind Ortsnamen extrem langlebig, demnach sehr alt und machen bestenfalls sprachliche Entwicklungen mit, sind aber gleichzeitig orts- oder familiengebunden: Einmal entstanden, verschwinden sie nicht mehr.

„Verschwinden“ daher Wörter aus dem allgemeinen Sprachgebrauch, bleiben sie in Namen erhalten. So verhält es sich auch mit Ortsnamen.

Wird eine Siedlung zur Wüstung, ist es möglich, dass der Ortsname noch im Familiennamen weiterlebt. Zog eine Person aus einem Ort in einen anderen, wurde sie zur besseren Identifikation nach ihrem Herkunftsort benannt. So verbreitete sich der Ortsname als Familienname im gesamten deutschen Gebiet.

Trägt man einen Herkunftsnamen zu einem Wüstungsnamen ist es allerdings nicht immer einfach diese ehemalige Siedlung zu lokalisieren. Dazu benötigt man dann Ortsnamenbücher, die für die jeweilige Region hoffentlich schon geschrieben wurden.

Ein weiterer Punkt der zur Vorsicht gebietet, ist der, dass es Ortsnamen natürlich mehrfach gibt. So stammt nicht jeder Hallenser aus Halle an der Saale.



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