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Bedeutung der Familiennamen PDF Drucken E-Mail

Schmidt, Peuckert, Oppenkowski, Reinheimer, Grözinger - Einen Familiennamen trägt jeder, woher er stammt, wissen allerdings die wenigsten Menschen.

Der Familienname begleitet uns ein Leben lang, hilft uns im Alltag zu recht zu finden, uns gegenüber anderen zu identifizieren und zeigt, von wem man abstammt und zu welcher familiären Gemeinschaft man gehört.

Die Entstehung von Familiennamen

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich die Familiennamen aus fünf Bildungsformen:

  1. patronymisch, das heißt aus Rufnamen,
  2. nach der Wohnstätte,
  3. nach dem Beruf,
  4. nach der Herkunft und
  5. aus so genannten Übernamen, die den Träger verschiedentlich charakterisierten.

 

Einer der berühmtesten Familiennamensträger im 12.Jh.: Walther von der Vogelweide (ca. 1170 - ca. 1230) (Quelle: Charlton B.) Beinamen wurden seit dem 11. Jahrhundert dem Rufnamen hinzugestellt. Dies traf vor allem in Städten und großen Siedlungskonzentrationen zu, hauptsächlich wegen der Vorliebe von bestimmten Namen, die den Namenschatz selbst verkleinerte, gleichzeitig erhöhte sich das Bevölkerungswachstum und der Fernhandel.

In der germanischen Tradition war es üblich, die Sippenbindung durch alliterierende Namenglieder offensichtlich zu machen und ließ auch hier später Familiennamen beliebt werden. Außerdem begünstigte die Entwicklung, dass Wohnung, Besitz, Eigenschaften und Beruf des Vaters in Form von Beinamen auf den Sohn übergingen bzw. dass Titel und Besitz des Adels erblich wurden.

Ausgehend von Oberitalien im 8. Jahrhundert, über Frankreich während des 9. Jahrhunderts, gelangten Familiennamen im 10.-11. Jahrhundert in den deutschen Westen und Südwesten, beginnend in den großen rheinischen Städten, wo Familiennamen im 12. Jahrhundert ein Massenphänomen waren.

Bis zum 15. Jahrhundert verbreiteten sie sich von den großen Städten über Kleinstädte bis hin zu Dörfern und Siedlungen. Endgültig abgeschlossen war die Ausbreitung erst im 17./18. Jahrhundert.

Familiennamen im deutschen Raum

Typisches Beispiel für einen Vormundschaftsnamen: Luise Gottsched (1713 - 1762), genannt die Gottschedin (Quelle: wikipedia) Innerhalb der jeweiligen Gesellschaft - hier im Hinblick auf die deutschsprachige - lässt sich konstatieren, dass angefangen beim Adel im 10. und 11. Jahrhundert sich die Familiennamen über die Patrizier in Handelsstädten und deren Beziehungen zu anderen Städten hin zu Menschen der ländlichen Gebiete, oft nach ihren Höfen benannt und ganz zum Ende zu Dienstboten, Knechten und Mägden, die erst im Laufe des 16. Jahrhunderts Familiennamen aufweisen, ausbreiteten.

Frauen hatten sehr selten eigene Familiennamen und wurden meist nach dem Vater oder dem Ehemann benannt, was man an den Suffixen -in/-ine oder -inchen/-sche am männlichen Vormundschaftsnamen erkennen kann. Erst allmählich macht sich der Übergang zur unveränderten Übertragung des männlichen Namens auf die Frau bemerkbar, die Suffixierung ist aber in der Mundart heute noch gebräuchlich.

Familiennamen in der heutigen Zeit

Auch beim Familiennamen Merkel ist die Namensherkunft nicht mehr transparent. Heute sind die Namen oft nicht mehr transparent, also nicht sofort in ihrer Bedeutung zu erklären.

Das liegt einerseits an den verschiedenen Dialekten und Mundarten (lautliche, wirtschaftsgeografische, grafische, wortgeografische Unterschiede und regional gebundenen Bildungstypen) im deutschen Raum, als auch an den sprachlichen Prozessen, denen die Namen wie normale Wörter unseres Wortschatzes unterworfen waren, aber auch daran, dass fremde bzw. fremdsprachige Familiennamen eingedeutscht oder auch grafisch und semantisch an die deutsche Sprache angeglichen wurden.

Rufnamen sind in der heutigen Gesellschaft von wesentlich geringerer Bedeutung, da der Familienname als zusätzliche Bestimmung zum eigentlichen Personennamen gestellt wird.

In den Jahrhunderten der Herausbildung der Familiennamen bestand ein Nebeneinander von unterschiedlichen Namenformen für ein und dieselbe Person. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stabilisierte sich das Namensystem. In Bezug auf die Erforschung der Familiengeschichte bedeutet dies, dass Familiennamen von Vorfahren durchaus eine abweichende Schreibweise aufweisen können, die bei einer Recherche unbedingt mit beachtet werden sollte.

 



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