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Informationen zur Ahnenforschung

 Die Genealogie, auch Geschlechterforschung, Abstammungslehre oder Familienforschung genannt, beschäftigt sich mit den Abstammungs- und Verwandtschaftsverhältnissen von Menschen.

Mit dem Aufschwung der Geschichtswissenschaft Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch die Forschung nach der persönlichen Abstammung auf eine wissenschaftliche Basis gehoben und an den Universitäten etabliert.

Bedeutung der Genealogie

Schon im Frühmittelalter waren die Herkunft und der Geburtsstand wichtig und zeigte nicht nur die Zugehörigkeit einer Person zu einer bestimmten Familie an, sondern auch deren Verhältnis zur Herrschafts- und Lehensfolge als auch des Erbrechts.

Der Mensch als Glied einer Generationenkette steht in der Abfolge von Vor- und Nachfahren parallel zum Wirken der Geschlechter und Individuen im Rahmen des jeweiligen Geschehens seiner Zeit.

Stammbäume sind eine der wichtigsten Darstellungsformen der Genealogie. (Quelle: www.verwandt.de)Die Genealogie ist also eine Hilfswissenschaft um historische Zusammenhänge aufzudecken.

Außerdem ist sie bei der Auswertung genealogischer Daten, wie dem Auf- und Abstieg von Familien, der Veränderung von Besitzverhältnissen, der Berufsvererbung oder dem Wechsel, dem Verhältnis von Geburt und Stand bzw. Klasse bzw. Schicht, sowie dynastischer Heiratspolitik und Familiendiplomatie von Nutzen.

Empirisch gesehen ist die Genealogie ein wichtiges Hilfsmittel um Daten wie Geburtenhäufigkeit, Heiratsalter, Lebenserwartung, Todesursachen, Generationendauer, (Erb-)Krankheiten, Vererbung von Gesichtstypen und geistigen Eigenschaften usw. zu ermitteln.

Ahnenforschung als Historische Hilfswissenschaft

In Verbindung mit der Namensforschung untersucht sie die Herkunft, Verbreitung und Bedeutung von Familiennamen.

Folglich ist die Ahnenforschung mit anderen Hilfswissenschaften gekoppelt, die es ermöglichen ein detaillierteres Bild der eigenen Familiengeschichte zu erforschen und zu zeichnen. Sie steht demnach auch in Verbindung mit der historischen Geografie und Demografie, der Heraldik (Wappenkunde), der Heimat- sowie der Politik- und Sozialgeschichte, als auch – in neuerer Zeit – zur Genetik.

Quellen für die Familienforschung

Tagebücher sind neben Kirchenbüchern, Registern und Universitätsmatrikel wichtige Quellen für die Ahnenforschung. (Quelle: Barnaby)Quellen für die genealogische Arbeit stellen vor allem Kirchenbücher dar, die im Laufe der Reformationszeit entstanden, jedoch erst nach dem Dreißigjährigen Krieg, wohl aber seit dem 18. Jahrhundert kontinuierlich überliefert und nutzbar sind. Kirchenbücher dienen als Register für Geburten, Taufen und Sterbe- sowie Begräbnisdaten einer Gemeinde, die dann von Visitatoren regelmäßig geprüft wurden; stellten doch Taufen, Eheschließungen und Begräbnisse eine wichtige Einnahmequelle für den jeweiligen Pfarrer dar.

Weitere Quellen sind Bürgerbücher, Universitätsmatrikel, Testamente und Leichenpredigten. Hierbei sollte beachtet werden, wo man welche Quellengattung findet. Ein Pfarrarchiv besitzt im Normalfall keine Matrikel der Universität usw.

Für die jüngere Zeit ist es durchaus möglich in Passagierlisten von Auswandererschiffen fündig zu werden oder auch Steuerlisten und Adressbücher durchzusehen.

Wichtig ist, sich zuvor Gedanken zu machen, welche Quellen es gibt, ob und wie/wo man sie erhält oder sie einsehen kann. Auch hier kann der Familienname weiterhelfen, wenn er seltener ist oder eine ungewöhnliche Schreibweise aufweist. Eine Verbreitung des Namens kann neue Richtungen der Quellensuche aufdecken.

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