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Lexikon der historischen Krankheitsbezeichungen PDF Drucken E-Mail

Lexikon der historischen KrankheitsbezeichungenAutor: Hermann Metzke
Verlag: Degener
Neuauflage 2005, Paperback-Einband
125 Seiten, Preis ca. 9,80 EUR

Bei Nachforschungen für den Stammbaum oder beim Lesen historischer Romane trifft man häufig auch auf alte Krankheitsbezeichnungen. Dabei kann man sich so herrlich in die damalige Zeit hineinversetzen. Nur die Krankheiten geben einem manchmal Rätsel auf.

Die Pastoren erhielten die Angaben von den Familien oder es wurde mit dem Lehrer oder Medikus bei einem Krug Bier geplaudert. Auf diesem Weg erreichten die Informationen uns. Nicht jede Bedeutung der Krankheitsbezeichnungen sind heute noch geläufig und lassen uns unter Umständen vollkommen falsche Schlüsse ziehen. Hier kann das Lexikon der historischen Krankheitsbezeichnungen helfen.

Das Lesen zwischen den Zeilen macht den Reiz aus, darin zu stöbern. Es ist kein „Schmöker“ im eigentlichen Sinn. Was erwartet den „Leser“? Ein Lexikon im herkömmlichen Sinn! Die einleitenden Worte sind für den Laien etwas schwierig zu lesen. Der Text ist mit einigen Fachbegriffen gespickt. Wer an dieser Stelle durchhält, bekommt einige Informationen zur Medizin im 16.-18. Jahrhundert und zur Entstehung der Krankheitsbezeichnungen. Ein weiterer, interessanterer Teil befasst sich mit den historischen Grundlagen der Medizin. Die Informationen sind in diesem Bereich in einfachere Worte gefasst, und können gut verstanden werden. Es folgen die alphabetisch aufgelisteten Krankheitsbezeichnungen. Sie werden mit wenigen Worten näher erläutert. Über 2000 im 16.-18. Jahrhundert gebräuchliche  Bezeichnungen werden auf 125 Seiten aufgelistet. Sofern einmal ein Begriff nicht direkt erklärt wird, erfolgt ein Hinweis auf ein anderes Schlagwort. Wer hofft, etwas über die damaligen Behandlungsmethoden oder Abbildungen zu finden, wird enttäuscht. Die mundartlichen Unterschiede bei den Bezeichnungen wurden möglichst berücksichtigt.

Die Zeiten waren nicht leicht (Ernährung, Wohnsituation, medizinische Versorgung, Trinkwasserqualität). Wenn dann bei eine Erkrankung noch die in den Familien überlieferten  Heilmethoden zur Anwendung kamen, die so heilkundigen „Schwarzen Frauen“  oder irrwitzige Lebensweisheiten herangezogen wurden, konnte schon ein kleine Verletzung oder Erkrankung den sicheren Tod bedeuten. Auch die selbst zusammengebrauten Mixturen konnten den stärksten Mann zu Boden werfen. Dabei spricht man doch immer von der „guten, alten Zeit“!

Die Medizin war schon erstaunlich weit. Wenn wir die  verschiedenen Krankheitsbezeichnungen entdecken, stellt sich die alte und immer noch aktuelle Frage: „Was hat er denn nun gehabt?“ Manches kann  im Zeitalter des Internets, oder auch mit Hilfe der Fachliteratur, sicherlich herausbekommen werden. Man muss sich dann aber mit den ungewohnten Begriffen der Medizin herumärgern und durch zahlreiche Seiten kämpfen.  Mit dem Lexikon der historischen Krankheitsbezeichnungen steht ein kleines Nachschlagewerk zur Verfügung, dass größtenteils leicht verständliche Erklärungen liefert und auch ein Gefühl für die damals herrschende Zeit vermittelt. Man kann durch die im Buch vermerkten historischen Grundlagen und die Auflistung der Krankheitsbezeichnungen erahnen, wie schwer es die Mediziner wohl hatten, gegen den Aberglauben anzukämpfen und ihre „neumodischen“ medizinischen Vorstellungen und Ansichten der Bevölkerung nahe zu bringen.
 
Sofern der an Krankheitsbezeichnungen Interessierte nur einige wenige Begriffe erläutert bekommen möchte, reicht vielleicht schon die Suche im Internet aus. Sofern mehr Begriffe gesucht werden, kann sich die Anschaffung des handlichen Buches durchaus lohnen.

Verfasser: I. Kuck-Schmidt
 



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