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Familiengeschichtliche Forschung im Kanton Zürich

In vielen Fällen – und besonders bei Landgeschlechtern – kann die Familienforschung nicht einfach auf bestehende Chroniken und Zusammenstellungen zurückgreifen, sondern es benötigt die Recherchen, um die Generationsfolge aus den Quellen zu finden und zu dokumentieren. Dafür sind im Kanton Zürich etliche Quellen vorhanden und zugänglich.

Nachforschungen zurück bis etwa 1600 bereiten im Kanton Zürich meistens keine nennenswerten Probleme. Anspruchsvoller ist es, biografisches Material aus dem persönlichen Umfeld dieser Vorfahren aus vergangenen Jahrhunderten zusammenzutragen. Oftmals sind Gerichtsurteile und Bussenvermerke erhalten, beziehungsweise Dokumente, die Hab und Gut verzeichnen, diese die Beziehungen zwischen Staat und Bürger wiedergeben. Demgegenüber wurden Familienbriefe und Selbstbildnisse seltener aufbewahrt.

Die folgenden Ausführungen erläutern dem Forscher und dem an Familiengeschichte interessierten einige wesentliche Quellen. Um die vielen sich bietenden Möglichkeiten ordnen zu können, muss zu Beginn eine zeitliche und örtliche Unterscheidung bezüglich des Quellenmaterials vorgenommen werden. Forschungen in der Zeit vor etwa 1600 beruhen auf Quellen mit zum Teil noch sehr zufälligem Charakter. Ab der Zeit nach 1600 wurden die Quellen systematisch angelegt, und sie sind heute allgemein zugänglich.

Die Quellenlage von Bürgern der Stadt Zürich und den Bewohnern der Landschaft ist unterschiedlich. Im Allgemeinen können Stadtgeschlechter weiter zurückverfolgt werden. Anderseits ist über Untertanen auf der Landschaft in bestimmten Bereichen mehr Aktenmaterial erhalten geblieben. Zum Beispiel war jeder Stadtbürger vor 1809 sein eigener Notar und stellte selbst die notwendigen Dokumente aus, denn ein Grundbuch kannte die Stadt Zürich damals noch nicht. Dieses Privileg der Bürger der Stadt Zürich, ohne Mitwirkung eines Notars Grundeigentum innerhalb und ausserhalb der Stadtmauern zu übertragen, geht ins 13. Jahrhundert zurück. Für die Zürcher Landschaft bestehen die Grundprotokolle mit Abschriften der Verkäufe und Verschreibungen in der Regel seit dem 17. Jahrhundert.

 

I. Quellen des 19. und 20. Jahrhunderts

II: Quellen des 16. – 20. Jahrhunderts

III. Quellen des 13. – 16. Jahrhunderts

IV: Quellen zur Auswanderung

V. Quellen zur Erforschung der Stadtbürger

 

Quellen des 19. und 20. Jahrhunderts

Familienregister

Die Familienregister werden seit 1831 von den Gemeindekanzleien parallel zu jenen der Kirchgemeinde geführt. Jede Familie ist auf einem eigenen Blatt eingetragen und Verweise führen zum Blatt der Eltern oder der verheirateten Söhnen. Die älteren Familienregister aller Landsgemeinden sind, ebenso wie die Kirchenbücher, im Staatsarchiv (Signatur E II) deponiert. Die Einsichtnahme in jüngere Register bei den zuständigen Zivilstandsämtern erfordert eine kantonale Bewilligung.

Die Zivilstandsregister

Erst nach der Revision der Bundesverfassung im Jahr 1874 konnte das eidgenössische Parlament ein Gesetz über die Ehe und das Zivilstandswesen verabschieden und eine gesamtschweizerische Regelung durchsetzen. Mit der Einführung der zivilen Ehe per 1. Januar 1876 enthob das Gesetz den katholischen und protestantischen Klerus von der Registerführung.
In der Schweiz ist nicht die Wohngemeinde für die Registrierung zuständig sondern die Bürgergemeinde/Heimatgemeinde. Diese Quellen sind vergleichsweise jung und berühren grösstenteils Zeiträume, in denen die Belange des Datenschutzes zu berücksichtigen sind. Für Nachforschungen ist der Nachweis eines begründeten Interesses Voraussetzung, um eine kantonale Bewilligung zur Einsichtnahme in der zivilstandsamtlichen Registern zu erhalten. Das Zivilstandsamt erhebt Gebühren für die Auszüge aus den entsprechenden Registern.


Quellen des 16. – 20. Jahrhunderts

Kirchenbücher
Seit der Reformation wurden die Pfarrer der Zürcher Kirche dazu angehalten, über die von ihnen vollzogenen Taufen, Trauungen und Bestattungen chronologisch Buch zu führen. Der Kampf gegen die Wiedertäufer, die Verhinderung von Ehen unter Verwandten, Bussen für vorehelichen Beischlaf oder die Kontrolle des Heiratsalters gaben den Anlass für deren Einführung. Anfänglich wurden nur Taufbücher geführt, bald danach erwies sich die Einführung eigenständiger Ehebücher als ebenso nützlich. Die Totenbücher setzten erst viel später ein. Im Staatsarchiv sind sämtliche Kirchenbücher (Signatur E II) deponiert.

Datensammlung Ehen im Kanton Zürich

Die Datensammlung Ehen im Kanton Zürich 1525-1800 wurde in den Jahren 1980-1993 von Hans Schulthess angelegt. Im Oktober 1995 verkaufte er die Datensammlung dem Staatsarchiv des Kantons Zürich. Die Ehedatenbank wird als Ausdruck im Lesesaal des Staatsarchivs Zürich zur Verfügung gestellt. Bei der Ehedatenbank handelt es sich um ein einzigartiges Hilfsmittel für die Zürcher Geschichte im Allgemeinen und die Personen- und Familiengeschichte im Besonderen.

Bevölkerungsverzeichnisse

Auf Geheiss von Antistes Johann Jakob Breitinger (1575-1645) hatten die zürcherischen Pfarrer seit 1634 die ihnen anvertraute Bevölkerung haushaltungsweise zu verzeichnen. Dies geschah in Abständen von anfangs drei, später mehreren Jahren, bis das mühsam angelaufene Unternehmen zwischen 1708 und 1767 allmählich wieder verschwand. Neben den Namen und Daten der in jeder Haushaltung vereinten Eltern, Kindern, weiteren Familienangehörigen und Dienstboten enthalten sie häufig auch wertvolle Notizen z. B. über Gemeindevorsteher, über Bücherbesitz, Kenntnisse im Lesen und Schreiben oder über den Stand religiöser Unterweisung. Die Sammlung (Signatur E II 700) von insgesamt 174 Bänden ist durch ein genaues, auch die Namen von Gemeindeteilen und Einzelhöfen erfassendes Ortsregister erschlossen.

Haushaltungsrödel
Mit den Bevölkerungsverzeichnissen kamen auch die Haushaltungsrödel auf, in denen ebenfalls alle Familien verzeichnet sind. Während vieler Jahre trugen die Pfarrherren die Änderungen im Personenbestand nach, d. h. Verstorbene oder Weggezogene wurden einfach durchgestrichen und die neuen Ehepartner zwischen die engen Zeilen eingefügt. Erstmals findet man hier Todeseintragungen zusammen mit Geburtsdaten, die eine präzisere Personenbestimmung ermöglicht. An die 1500 Haushaltungsrödel (Signatur E II) sind durch Kataloge gut erschlossen.

Ehegerichtsprotokolle
Eine Ehe unter Verwandten war früher bis ins vierte Glied bewilligungspflichtig. Ehen ausserhalb des Wohnortes zu schliessen, bedingte ebenfalls die Zustimmung der Obrigkeit. Die religiösen und moralischen Sitten und deren Überwachung waren streng, und so fanden diese Tatsachen ihren Niederschlag in den ausführlichen Protokollen. Ab und zu findet man in ihnen den Nachweis einer solchen „verbotenen“ Verwandtschaft aus der Zeit, als noch keine Kirchenbücher geführt wurden. Oft entdeckt man darin auch Hinweise auf auswärts geschlossene Ehen. Erst eine Verordnung von 1787 verlangte, dass eine Ehe an den Wohnorten beider Brautleute verkündet werden musste. Die Ehegerichtsprotokolle sind in den Jahren 1525 – 1831 lückenlos erhalten.

Notariatsprotokolle
Eine wichtige Quellengattung bildet die Sammlung der Notariats- oder Grundprotokolle, die nicht im Zentrum der zürcherischen Staatsverwaltung, sondern ausserhalb, in den Kanzleien von Gerichtsherrschaften und Vogteien entstanden sind und von denen die älteren Reihen im Staatsarchiv (Abteilung B XI) greifbar sind. Oft reichen sie bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Viele Fragen der Ortsgeschichte, Bestimmungen von Haus und Hof, aber auch genealogische Probleme können anhand dieser Quellen beantwortet werden


Quellen des 13. – 16. Jahrhunderts


Urkunden
Den wichtigsten Quellenbestand bilden die Urkunden, die in ansehnlicher Zahl erhalten geblieben und im Urkundenbuch des Kantons Zürich veröffentlicht worden sind. Dieses Werk beinhaltet alle Urkunden bis 1460. Für die Zeit danach, teils bis zur Reformation, in der Regel aber bis 1798 findet man im Staatsarchiv Regester, also kurze Inhaltsangaben zu den Urkunden in Karteiform. In Urkunden ist aber nur aufgeführt, wer etwas zu kaufen oder zu verkaufen hatte oder wer in seiner Lebensweise sich von anderen unterschied.
Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich, 1888-2004, 16 Bände.

Habsburger Urbar
Die Grundeigentumsverhältnisse vor 1800 waren ganz andere als heute. Der Bauer war ein Mittelding zwischen Eigentümer und Pächter und hatte dem Obereigentümer, Klöstern und nach der Reformation den städtischen Klosterämtern, Spitälern oder Privaten Grundzins zu bezahlen. Genaue Angaben lassen sich aus den selten erhaltenen Lehensbüchern ermitteln; denn bei Handänderung durch Erbschaft oder Kauf musste der Wechsel dem Obereigentümer mitgeteilt werden. Schon damals war eine Handänderungsgebühr, der sogenannte Ehrschatz, fällig. Mit den Zinsen einher liefen auch Steuern, Zehnten und andere Abgaben. Viele dieser Angaben finden sich nach Grundstücken geordnet aufgezeichnet in Urbarien.
Eines der ältesten Urbare ist das habsburgische Urbar, das um 1300 unter König Albrecht angelegt wurde und dank einer gedruckten Ausgabe allgemein zugänglich ist. Dem Beispiel des Hauses Habsburg folgend, liess auch der Stadtstaat Zürich für die verschiedenen Vogteien und ehemaligen Klosterämter Urbare anlegen. Das Staatsarchiv verwahrt gegen 100 Bände in der Abteilung F II.
Das Habsburgische Urbar. herausgegeben von Rudolf Maag, Paul Schweizer und Walter Glättli. Basel 1894-1904, 2 Bände.

Steuerbücher
Eine leicht zugängliche Quelle sind die Zürcher Steuerbücher für die Zeit von 1357-1471, die gedruckt vorliegen und durch Register gut erschlossen sind. Sie geben Auskunft über alle über 15 Jahre alten Personen, nennen aber Ehefrauen nicht namentlich. Familienzusammenstellungen oder auch nur ein Hinweis auf den Namen der Ehefrau sind sehr selten.
Die Steuerbücher von Stadt und Landschaft Zürich des 14. und 15. Jahrhunderts. Zürich 1918-1957, 8 Bände.

Regler-Rodel
Auch Leibeigenverzeichnisse sind zu beachtende Quellen für die Familienforschung. Ein Beispiel bilden die sogenannten „Regler-Rodel“ in der Zentralbibliothek Zürich. Diese Leibeigenen des Grossmünsterstiftes sind teilweise über mehrere Generationen zusammengestellt. Eine vorreformatorische Quelle, die für Geschlechter aus dem zürcherisch-thurgauischen Grenzgebiet sehr ergiebig ist und Zusammenhänge über mehrere Generationen sichtbar macht.

Jahrzeitbücher
Jahrzeitbücher sind zum grossen Teil verschollen. Etwas schwer verständlich, halten sie Stiftungen zum Wohl der Kirche und des Seelenheils der Verstorbenen fest. Ein bekanntes Beispiel ist das Jahrzeitbuch von Uster von 1473 mit seinem einzigartigen heraldischen Schmuck. Auch dasjenige von Elgg, um 1450 entstanden, bietet mit seinen Wappen eine reiche Fundgrube. Nebst den Wappen des Adels findet man darin Bauern- und Handwerkerwappen dargestellt. Zu den Kostbarkeiten darf auch das Jahrzeitbuch der Kirche St. Laurenzen von Winterthur gezählt werden, dessen Eintragungen 1378 beginnen und bis zu Reformation weitergeführt wurden. Eine Zusammenstellung über die zürcherischen Jahrzeitbücher von Friedrich Hegi aus dem Jahre 1922 zeigt die heutigen Bestände, die grösstenteils im Staatsarchiv oder in der Zentralbibliothek Zürich verwahrt werden.
HEGI Friedrich. Die Jahrzeitbücher der Zürcher Landschaft. In: Festgabe Paul Schweizer, 1922.

Glückshafenrodel
Eine gedruckte Quelle (mit Register) ist der Glückshafenrodel von 1504. Damals war das letzte grosse Volksfest der Alten Eidgenossenschaft, bevor sie durch die Reformation in zwei Lager geteilt wurde. Am Glückshafen, eine Art Lotterie, konnten durch kleine Einsätze ansehnliche Preise gewonnen werden. Die Namen aller Teilnehmer aus weiten Teilen des Landes, wurden notiert. In den über 40'000 Eintragungen findet man etwa 24'000 verschiedene Namen erwähnt.
HEGI Friedrich. Der Glückshafenrodel des Freischiessens zu Zürich, 1942.

Waisenfürsorgeurkunden

Über Verwandtschaftsbeziehungen ergeben auch die städtischen Waisenfürsorgeurkunden oder Vogtkinderbücher Auskunft, die oft für das 16. Jahrhundert entscheidende Zusammenhänge offenbaren. Der Staat hatte damals nicht die Mittel, für Waisenkinder aufzukommen. Also war er bemüht, genügend Verwandte aufzufinden. Es gibt Beispiele dafür, dass selbst entfernte Nachfahren der Urgrosseltern eines zu unterstützenden Menschen zu finanziellen Leistungen herangezogen wurden. Besonders erwähnenswert sind diese Quellen für die Ermittlung der Ehen von Bürgertöchtern, welche aus andern Quellen nicht hervorgehen.


Quellen zur Auswanderung


Auswanderung war ein recht verbreitetes Phänomen unter der Landbevölkerung, die davon stets stärker betroffen war als die freieren, durch Handwerk und Beamtung sichergestellten Stadtbürger. Kriege entvölkerten immer wieder grosse Gebiete des Auslandes, so war die Pfalz ein bevorzugtes Zielgebiet reformierter Schweizer. Die Quellenlage ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.

Auswanderungslisten

Auswanderungslisten finden sich für die Zeit von 1651-1663 (Signatur A 103, E II und E III), als der Staat nach dem Dreissigjährigen Krieg eine Auswanderung in katholische und täuferische Gebiete zu verhindern suchte. Die nach Pfarreien geordneten Listen von 1661 verzeichnen rund 4'400 im Ausland abwesende Personen. Ein ansehnlicher Anteil bei gegen 100'000 Einwohnern im Kanton.

Landvogteirechnungen
Wer Vermögen hatte, musste eine zehnprozentige Steuer, den Abzug, bezahlen. Dieser wurde jeweils in einer separaten Rubrik der Landvogtei- und Obervogteirechnungen (Signatur F III) verzeichnet.

Abwesenden-Listen

Abwesenden-Listen (Signatur B III 210) sind aus dem Jahre 1702 erhalten, als der Zürcher Rat den Bestand der im Ausland weilenden wehrfähigen Mannschaft feststellen wollte.

Amerikaauswanderer

Im Jahre 1744 erstellten die Pfarrer der Zürcher Landschaft Listen von mehr als 2'000 Auswandern, welche in der Zeit von 1734-1744 nach Pennsylvania und Carolina weggezogen waren. Diese Listen (Signatur A 174) wurde bereits 1920 von amerikanischen Bearbeitern ediert, doch enthalten sie zahlreiche Übersetzungs- und Lesefehler.

Passerteilungen

Ein wichtiges Hilfsmittel zur Familien- und Auswanderungsgeschichte sind die Passerteilungen. Die von der Staatskanzlei in Zürich nach Amerika und Australien von 1848-1870 ausgestellten Pässe finden sich in einer Liste und kann im Internet herunter geladen werden.
http://www.staatsarchiv.zh.ch/download/Passerteilungen_1848-1870.pdf


Quellen zur Erforschung der Stadtbürger


Die eher spärlichen Quellen in der Stadt werden durch umso mehr Verarbeitung fleissiger Genealogen ergänzt. Die Bürgergeschlechter von Zürich wurden in den letzten 250 Jahren von sieben Genealogen erfasst. Ihre handschriftlichen Aufzeichnungen werden in der Zentralbibliothek Zürich aufbewahrt. Die einzige Ausnahme bilden die 33 kleine Bändchen von Wilhelm Hofmeister (1753-1814), einem gelernten Bäcker und späteren Spitalschreiber, die im Stadtarchiv Zürich verwahrt werden. Es sind aber Kopiebände auch in der Zentralbibliothek und im Staatsarchiv zugänglich.

Erhard Dürsteler
Der wichtigste unter den Zürcher Genealogen ist Pfarrer Erhard Dürsteler (1678-1766), aus einer 1623 in Zürich eingebürgerten Familie, der wie kein anderer Grundlagenforschung geleistet hat. Er wirkte zuerst in Erlenbach und später in Horgen. Wegen kleinen Verfehlungen wurde er 1741 seines Pfarramtes enthoben. 1746 erhielt er die obrigkeitliche Erlaubnis zur Benutzung der Archive. Er erstellte Auszüge von den Rats- und Richtbücher (Signatur Ms. E 162), von den Ehegerichtsprotokollen (Signatur Ms. E 160-161), von den Schirm- und Waisenbücher (Signatur Ms. E 52). Verfasste Stammtafeln zürcherischer Geschlechter (Signatur Ms E 94-96), ein 14-bändiges Geschlechterbuch (Signatur Ms. E 16-29) und stadtzürcherischen Ahnentafeln (Signatur Ms E 90 und 90a). Seine Manuskriptsammlung von etwa 70 Bänden kaufte 1779 die Regierung. Dieser grosse handschriftliche Nachlass befindet sich in der Zentralbibliothek Zürich.

Johann Jakob Leu

Johann Jakob Leu (1689-1768), Gelehrter, der geschichtliche Sammlung anlegte und schriftstellerisch eifrig tätig war, Verfasser des grössten Schweizerlexikon.
LEU Johann Jakob: Allgemeines helvetisches eydgenössisches oder schweizerisches Lexicon, Zürich 1747-1765, 20 Bände

Johannes Esslinger
Johannes Esslinger (1723-1798), Pfarrer in Embrach und später Dekan, war Sammler und Geschichtsforscher zugleich. Sein Hauptwerk ist ein ausführliches Verzeichnis der Zürcher Geistlichkeit (Signatur Ms E 47), das nebst biografischen Hinweisen viele genealogische Zusammenhänge enthält. Ein weiteres Werk dieses Chronisten ist sein Promptuarium Genealogium Tigurinum (Signatur Ms E 82), dem grosse Zuverlässigkeit zugesprochen wird.

Hans Jakob Hirschgartner und Hans Heinrich Schweizer

Der Grempler (= Kleinwarenhändler) uns Hausschulmeister Hans Jakob Hirschgartner (1735-1809), und der Siebmacher Hans Heinrich Schweizer (1732-1811) verfassten als nächste Genealogien (Signatur Ms. V 801-810 und Ms. P 137-139 und Ms. Z II 8) der Stadtzürcher. Hirschgatner erforschte viele kleinere Geschlechter, die von späteren Bearbeitern nicht mehr beachtet wurden. Schweizer weiss eine Menge Details zu berichten und überrascht immer wieder.

Carl Keller-Escher
Der Kantonsapotheker Carl Keller-Escher (1851-1916), selbst Spross eines alten Geschlechts der Stadt, wirkte als letzter Bearbeiter zürcherischer Geschlechter. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine hohe Zuverlässigkeit und durch eine schöne, zierliche Handschrift aus.

Antonius Künzli
Auch die Stadt Winterthur besitzt ein Genealogienwerk mit Stammlisten ihrer Bürgergeschlechter. Antonius Künzli (1771-1852), ursprünglich Apotheker und Oberstleutnant, von 1824-1851, als bis ins 80. Lebensjahr, Stadtpräsident, Verfasser des handschriftlichen sogenannten Künzli’s Geschlechterbuches von Winterthur, das sowohl über erloschene wie blühende Geschlechter berichtet. Das Stadtarchiv als auch die Stadtbibliothek von Winterthur besitzen je ein Exemplar, die jedoch nicht ganz übereinstimmen.

Geschlechterbücher
Noch älter als diese Genealogien ist in der Stadt Zürich eine andere Quellengattung, die Geschlechterbücher. Diese alphabetisch nach Geschlechtern geordneten Manuskripte enthalten viel Wissenswertes über die städtischen Familien. Oft findet man für jedes Geschlecht mehrere kolorierte Familienwappen, war doch durch den Zunftzwang der Besitz eines Wappen vorgeschrieben.

Bürger-Etats
In Zürich sind seit 1794 und in Winterthur seit 1822 gedruckte Bürger-Etats vorhanden, welche die gesamte Bürgerschaft, alphabetisch nach Familien geordnet, aufzählt, Geburts- und Ehejahr nennen und über den genauen Wohnort Aufschluss geben. Zudem werden alle bekannten verwandtschaftlichen Beziehungen durch Verweise gekennzeichnet. Die Etats erschienen in kurzen Intervallen bis letztmals 1915 in Winterthur und 1926 in Zürich.



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