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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit zurück ist Stammbaumforschung wissenschaftlich?
BeitragVerfasst: 08.09.2009, 21:10 
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Registriert: 01.11.2008, 19:52
Beiträge: 3189
Ergänzend @ Sylke: Nein, Du kannst den Aufzeichungen Deiner Stiefgroßmutter ohne weiteres glauben. Persönliche Aufzeichnungen sind meistens wesentlich "richtiger" und mit mehr Hintergrundwissen belegt als Akten - weil der Verfasser ja alles selbst erlebt hat. Ich habe in meinem Stammbaum auch vieles von älteren Verwandten abgefragt - da gibt es erstaunlich viel privates Wissen, an das man als nicht "nahe genug Verwandter" ohne das berühmte "berechtigte Interesse" beim Standesamt gar nicht herangekommen wäre. Erst dort, wo ich mit lebenden Zeitzeugen nicht mehr weitergekommen bin, habe ich mich auf das Papier gestürzt - und dann per Zufall einen sehr lebendigen entfernten Verwandten gefunden, er ist Bürgermeister einer Gemeinde, bei der ich am Standesamt nach Nachkommen seiner Urgroßmutter angefragt habe. Wenn hier in der alten Diskussion mal der Tenor laut wurde, daß nur Kirchenbücher und Standesamtsdokumente das "einzig Wahre" sind, sollte man das nicht unbedingt auf die Goldwaage legen. Da ist im Eifer der Diskussion bestimmt manches überspitzt formuliert worden. Viel Erfolg beim Weiterbauen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit zurück ist Stammbaumforschung wissenschaftlich?
BeitragVerfasst: 09.09.2009, 06:18 
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Registriert: 08.03.2009, 20:14
Beiträge: 1468
Wohnort: Hamburch
@Pharao,
dann will ich das mit dem "wissenschaftlich" ruhen lassen und heute lieber den Sonnenschein genießen, weil es keine Unterschiede zu diskutieren gibt. Freut mich, daß wir auch mal einer Meinung sind. :o


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit zurück ist Stammbaumforschung wissenschaftlich?
BeitragVerfasst: 03.08.2016, 14:35 
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Registriert: 03.08.2016, 11:36
Beiträge: 1
Ich habe gerade gesehen, der thread ist schon etwas älter. Zur Frage, wie lange ist ein Stammbaum wissenschaftlich. Hier kann man keine pauschale zeitliche Grenze setzen. Ein Stammbaum ist so lange wissenschaftlich, wie er durch Quellen belegt werden kann. Das können Kirchbücher sein oder andere Urkunden, das können historische Aufzeichnungen sein etc.
Goethes Stammbaum, weil er hier erwähnt wurde, läßt sich mütterlicherseits auf eine Contzel zurückführen, die in Urkunden als uneheliche Tochter Heinrichs III. von Hessen erwähnt wird und mit Ludwig Orth aus Marburg verheiratet war. Ich bin kein Goethe-Experte, da in dieser Linie aber Pfarrer und Professoren, sowie Schöffen Schultheißen und Rentmeister waren, die idR gut dokumentiert sind, klingt die Ahnenreihe plausibel. Mit Heinrich III. ergibt sich der Stammbaum fast wie von selbst, Wettiner, Welfen, Henneberger, Greifen, Hohenzollern.....

Es ist verständlich, daß viele Adlige oder Personen mit adligen Vorfahren irgendwann ebenfalls eine Menge berühmter Vorfahren haben, wenn sie den Ästen ihres Familienstammbaumes folgen.

Problematisch wird es in solch berühmten Stammbäumen, wenn die Quellenlage nicht mehr eindeutig ist oder adlige Stammbäume selbst gefälscht sind, um ihre Herrschaft zu legitimieren. Klar verlockt es, dann zu spekulieren. Ehrlich wäre es aber dann, daß man seinen Stammbaum enden läßt, meinetwegen auch mit einer Notiz wo es weiterführen könnte. Wissenschaftlich wäre es dann allemal, daß man einen Schlußstrich zieht, auch wenn man natürlich Hypothesen über eine weitere Verwandtschaft aufstellen kann.

Man findet im Internet viele Stammbäume, die weit zurückreichen. Ganz besonders in den USA haben etliche weit zurückreichende Stammbäume, so sollen fast alle US-Präsidenten auf König Johann I. oder gar auf Karl den Großen mit ihren Stammbäumen zurückreichen. Es gibt sogar die These, daß Präsident wird, der die nobelste Ahnenlinie hat. John kerry soll zB von Richard Löwenherz abstammen, ein Wunder, da sein einziges bekanntes und illigitimes Kind ohne bekannten Nachkommen verstarb. Erwähnen sollte man auch die Windsor-Bush Blutlinie. Leider kommen wir damit auch in den Bereich der Verschwörungstheoretiker. Man sollte daher mit solchen Stammbäumen vorsichtig sein.

Dies gilt auch für viele Stammbäume, die sehr weit zurück reichen. Sie basieren oft auf Fehlern oder bewußter Täuschung, auf Hypothesen oder Wunschdenken. Zwar enthalten sie viele korrekte Informationen, die aber dann zusammengeschustert werden um sie länger und länger zu machen. Stammbäume bis ins Frühmittelalter sind möglich, alles was darüber hinaus, in die Spätantike geht ist hochspekulativ, alles was weiter zurück geht, ist wissenschaftlich nicht haltbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit zurück ist Stammbaumforschung wissenschaftlich?
BeitragVerfasst: 04.08.2016, 17:14 
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Registriert: 17.10.2009, 22:57
Beiträge: 2941
Wohnort: Lümborch
Mit dem Begriff "Wissenschaft" ist das so eine Sache, und entsprechend mit dem Adjektiv "wissenschaftlich". So versteht ein Naturwissenschaftler unter dem Begriff durchaus etwas anderes als ein Geisteswissenschaftler (sinnvollerweise gibt es in der englischen Sprache für diese beiden Felder völlig unterschiedliche Begriffe, science bzw. arts), um nur einen Aspekt zu nennen, wo Ansichten differieren können.

Ich denke, dass die meisten privat erstellten Stammbäume kaum einem wie auch immer präzisierten Wissenschaftsbegriff entsprechen. Aber müssen sie das denn? Wenn jemand zu seinem Privatvergnügen Familienforschung betreibt, dann muss dieses Privatvergnügen keinerlei Kriterien erfüllen. Und genau das muss man im Kopf behalten, wenn man auf Daten in fremden Stammbäumen stößt. Ob man diese für seriös hält oder nicht, bleibt der eigenen Prüfung und Anschauung überlassen. Und ob man sich darüber überhaupt Gedanken macht oder aber einfach alles sammelt, was einem interessant erscheint, ist eben Privatsache.

Wenn es einem Spaß bereitet, dann kann man natürlich auch alles Mythische einflechten. Dann ist sogar Platz für Adam und Eva, Zeus und eine der diversen Partnerinnen, Odin und und eine seiner Partnerinnen, und das nebeneinander. Vielleicht passt dann irgendwie auch noch die archäologisch postulierte Lucy hinein. Stammbäume sind da sehr geduldig und dehnbar, wie ich schon verschiedentlich festgestellt habe. :wink:

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