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 Betreff des Beitrags: Paternale Ahnenforschung - Ketzerische Frage ...
BeitragVerfasst: 30.01.2010, 16:17 
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Registriert: 01.11.2009, 09:18
Beiträge: 891
Wohnort: an der Spree
... welchen tieferen Sinn hat paternale Ahnenforschung*), wenn bis zu 30 % aller Kinder Kuckuckskinder sind? 8)

Selbst die maternale Herkunft ist durchaus nicht immer gesichert so z. B. bei fehlerhaften künstlichen Befruchtugen, Schwangerschaft Minderjähriger, bei denen dann das Kind zur Vertuschung einer älteren Tante, Schwester oder der eigenen Mutter untergeschoben wird u. ä.

Auch wenn man nur von 1 % Kuckuckskindern ausginge, wären das bei 1 000 Datensätzen bereits 10 falsch dokumentierte Abstammungen und die ganzen folgerichtig falschen der früheren Generationen kämen dann noch hinzu.

->-> Ahnenforschung nur noch mit Analyse des Genmaterials? :shock:

Viele Grüße

* felizitas *


*) engl.: Genealogie (...!)

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Zuletzt geändert von felizitas am 30.01.2010, 16:50, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kuckuckskinder - Ketzerische Frage ...
BeitragVerfasst: 30.01.2010, 16:41 
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Registriert: 08.03.2009, 20:14
Beiträge: 1153
Wohnort: Hamburch
Die weit verbreitete paternale Forschung ist m.E. nur ein Einstieg. Die maternale Seite versuche ich zumindest auf der Ahnengalerie von verwandt.de vollständig zu machen. Aber da bin ich an einigen Stellen auch schon über vierhundert Jahre zurück.
Bei mir ist dann die Frage vor allem, wo kam die direkt Vaterlinie/Mutterlinie her. Und -schwupps- schon wieder paternal. Im Alten Testament und den frühen Stätten der vorchristlichen Zeit gelandet...

Die Sache mit den Kuckuckskindern muß man seriöserweise mit 5 bis 10 Prozent für jeden Stammbaum unterstellen. Als Student habe ich selbst miterlebt, wie schwangere Studentinnen ganz schnell den Ehering eines Anderen am Finger hatten. Und 10 Jahre später mußte ich vor Herren in "Schwarz" Zeugenaussagen machen, damit die kirchliche Hochzeit anulliert werden konnte...

Für meinen eigenen Stammbaum kann ich Kuckkuckskinder natürlich nur für die nachfolgende / vorhergehende Generation ausschließen. Da gibt es eindeutige genetische Merkmale. Der Rest ist natürlich nicht überschaubar. Auch wenn B. J. Janssen einigen KollegenInnen hier bei verwandt.de goldene Brücken gebaut hat, kann man sich einen "Pharao" nur mit großer Unsicherheit an den Ahnenbaum heften. Trotzdem scheint es jetzt bei Internetgenealogen Mode zu werden. Der genetische Nachweis dürfte für den Normalsterblichen schwierig werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Paternale Ahnenforschung - Ketzerische Frage ...
BeitragVerfasst: 30.01.2010, 17:43 
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Beiträge: 2129
Wohnort: Freigericht
Wer das Problem mit den "Kuckuckskindern" als gravierend für die Ahnenforschung ansieht, muß die Finger davon ganz weglassen. Unter dieser Prämisse ist jede Genealogie Kaffeesatzleserei. Je weiter man zurückgeht und je mehr Fragezeichen rein statistisch dazukommen, desto unsinniger werden dann logischerweise die Stammbaum-Aussagen. Dann gilt der Zwei-Personenbaum gemäß Mama Baby, Papa maybe - also Mutter + Kind und sonst nichts, bzw nur gesicherte weibliche Folge (kein Kindesraub oder Verwechslung auf der Entbindungsstation) mit Fragezeichen auf der anderen Seite. Genetische Übereinstimmungen sind ja nun mangels vorhandenem oder beschaffbarem Material beliebig unmöglich - ich z.B. kann meinen 1917 vor Geburt meiner Mutter in Serbien gefallenen Großvater mangels dokumentierter Grabstätte nirgends "ausgraben und nachforschen, ob er es denn wirklich war", um es mal makaber auszudrücken. Hier muß man die Einträge in den Kirchenbüchern bzw. Standesamtsarchiven genau so schlicht glauben, wie man bei Internetrecherchen sich auf die Seriosität und Fehlerfreiheit der Quellen verlassen muß. Und selbst wenn es einem Ahnenforscher gelingen sollte, eine DNS-Übereinstimmung zwischen sich und der Mumie von Ramses II. herbeizuführen - wie schön, dann stammt er in dieser Linie tatsächlich von Ramses II. ab - und wie ist es dann mit den schriftlich dokumentierten (angeblichen) Vorfahren des Ramses? Und wie mit den über histoirsche Dokumente ableitbaren Abzweigungen in den Ästen zwischen dem glücklichen Nachkommen von Ramses und dem alten Ramses selbst? Die bleiben ja weiterhin Schall und Rauch und Vermutungen, ob sie dann nun Ahnen sind oder nicht. Und selbst die Zwischenglieder sind alle fraglich - wer weiß, mit wem der Ramses fremdgegangen ist und wie die Ahnenkette wirklich verläuft.

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 Betreff des Beitrags: Re: Paternale Ahnenforschung - Ketzerische Frage ...
BeitragVerfasst: 17.02.2010, 07:21 
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Übrigens:

Aktuelle genetische Untersuchungen der letzten Jahre haben nachgewiesen, daß Tutanchamun tatsächlich der Sohn von Echnaton war. Die Mumie seiner Mutter ist heute identifiziert, jedoch nicht- wer sie zu Lebzeiten war. Tutanchamun starb an einem akuten Malariaschub, der zu einer, in der ägyptischen Königsfamilie erblichen Köhler-Knochenkrankheit (Kohler Disease) hinzukam. Aber uns normalen Nichtpharaonen wird die Wissenschaft kaum so viel Aufmerksamkeit widmen. Deshalb betreibe ich (mit großem Interesse) Familienforschung nach dem unwissenschaftlichen Prinzip der Kaffeesatzleserei. Mir macht es Freude, wenn ich so etwas präsentieren kann und darf, und die Nachfahren müssen die Urkunden in Latein, Aramäisch, Hebräisch, Kurrent, usw. nicht selbst übersetzen


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 Betreff des Beitrags: Re: Paternale Ahnenforschung - Ketzerische Frage ...
BeitragVerfasst: 17.02.2010, 23:10 
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Beiträge: 2129
Wohnort: Freigericht
Da geht es mir genauso. Lieber im Kaffeesatz der Kirchenbücher und des Standesamts gerührt und den Inhalt geglaubt, als vor lauter Angst vor eventuellen Kuckuckskindern, vor Kindesraub und sonst noch was auf dieses schöne Hobby zu verzichten. Wünsche allen viel Erfolg beim Ausgraben von Ahnen - ganz ohne Kaffee und Kuckucksnester.

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 Betreff des Beitrags: Re: Paternale Ahnenforschung - Ketzerische Frage ...
BeitragVerfasst: 12.03.2011, 23:18 
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Beiträge: 281
Wohnort: Würzburg
Habe gestern die Meldebögen von Würzburg meiner väterlichen Seite durchschaut und bin auch bezüglich den Geschwister meines Vater, er war der jüngste, fündig geworden. Neu war mir das auch Vater´s Opa 1909 nach Würzburg gezogen ist. Obwohl ich in den Taufmatikel seiner Heimatortes bereits 6 Kinder entdeckte, hatte er nur 3 seiner inzwischen erwachsene Kinder mit Wohnort und Beruf angegeben. Frage, kann ich davon ausgehen, dass seine anderen 3 Kindern vor 1909 verstorben sind ??? Nach seiner Frau wurde natürlich auch gefragt, sie war bereits verstorben und die Daten mit dabei.

Und nun zum Kuckkuckei.

Vor lauter Langeweile, da es eine Tagesgebühr von 5 Euro kostet, schnüffelte ich in weitere Meldebögen meiner Vorfahren. Oh, meine Oma, wieso die Oma ??? die war doch aus Würzburg ??? aber das ist die Oma ??? die Eltern ... kein Zweifel .... es sind ihre Eltern ... von Aschaffenburg kommend??? und meinen Opa hat sie zufälligerweise auch geheiratet, zwar einen Tag früher, aber das Datum war wohl die standesamtliche Hochzeit. Aber kein Zweifel, dass ist meine Oma, ich drehe das Blatt um und lese ihre Kinder ???? den .......den.......kenne ich nicht, ein unehelich Kind ......tatsächlich meine Oma hatte ein uneheliches KInd. Wurde aber nur 7 Monate. Jetzt eine Frage dazu: Oma war bereits 28 Jahre bei der Geburt ihres ersten (uneheliches) Kind und man brauchte trotzdem damals (1918) einen Vormund???
Es steht hier, Vormund: Bruder der Mutter.

Ich wünsche euch noch ein schönens Wochenende und erwarte mit Dank eure Antwort

licherfan21

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licherfan21


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 Betreff des Beitrags: Re: Paternale Ahnenforschung - Ketzerische Frage ...
BeitragVerfasst: 13.03.2011, 07:13 
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Registriert: 08.03.2009, 20:14
Beiträge: 1153
Wohnort: Hamburch
Ich weiß nicht exakt, wie die Gesetzeslage (für Vormundschaften) gegen Ende des deutschen Kaiserreiches war. Jedenfalls kam zu jener Zeit erst das Wahlrecht für Frauen in die Welt. Und zu meiner Schulzeit (etwa 1956) wurde noch eine schwangere Mitschülerin der Schule verwiesen. Ich weiß zwar nicht weshalb Deiner Oma ein Vormund zur Seite gestellt wurde, aber es ist mir aus dem Schrifttum geläufig, daß in früheren Jahrhunderten oft die Pfarrer als Vormund fungierten. So sollte wohl das geistliche, körperliche und materielle Wohlergehen des Mündels gewährleistet werden, falls die Mutter dazu nicht in der Lage war.

Ich habe einen ähnlichen Fall in meinem Baum. Meine Schwiegermutter ist in einem Pfarrerhaushalt aufgewachsen. Ihre Mutter: Tod durch Tuberkulose. Ihr Vater: Freitod aus Gram darüber. Nachlaß: 4 Waisenkinder im Vorschulalter (ca. 1923) ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Paternale Ahnenforschung - Ketzerische Frage ...
BeitragVerfasst: 13.03.2011, 17:00 
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Registriert: 01.11.2008, 19:52
Beiträge: 2129
Wohnort: Freigericht
Bei mir ergeben sich ähnliche Fragen. Meine Mutter (Jahrgang 1917) wurde geboren, als ihr Vater bereits ein halbes Jahr tot war (gefallen im 1. Weltkrieg). Meine Großmutter war zu diesem Zeitpunkt 34 Jahre alt, also "erwachsen" im Sinne des Gesetzes. Trotzdem wurde für meine Mutter nach dem damaligen Vorschriftenwerk ein Vormund bestellt. Ob das jetzt aus Fürsorge gegenüber dem Kind oder aus prinzipiellem Mißtrauen gegenüber einer alleinerziehenden Mutter oder sonstigen Annahmen der damaligen Obrigkeit so sein mußte, kann wohl nur noch durch Recherchen zur Geschichte des Rechtswesens herausgefunden werden.
Immerhin stellt sich hier eines heraus: In Österrreich-Ungarn galten 1917 ähnliche Regeln wie im alten deutschen Kaiserreich. Uns interessant ist auch: Der Vormund war Benediktinerpater, allerdings gleichzeitig Leiter eines von den Bendediktinern betriebenen Gymnasiums. Und er war persönlich mit meinem Großvater bekannt.

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