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 Betreff des Beitrags: Antike mythologische Pseudo-Vorfahren
BeitragVerfasst: 09.11.2008, 00:20 
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Registriert: 01.11.2008, 19:52
Beiträge: 2129
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Na, regt sich niemand mehr über die "verwerfliche" Adelsforschung in der Antike auf, wo man aufgrund der Behauptungen der antiken Adligen auch irgendwann in der Mythologie landet -wenn man denn will? Es gibt aber noch mehr vermutlich Unwissenschaftliches im Internet zu finden: es gibt mehrere Ahnenreihen, alle ausgehend im arabischen Raum, die ab dem 1. Jahrhundert mit zahlreichen undatierten aber mit Namen versehenen Generationen bei Ismael bin Abraham landen. Nun ist Ismael auch aus dem Alten Testament bekannt - Abraham sowieso - und wurde angeblich 137 Jahre alt und gilt im muslimischen Raum als früher Prophet und Stammvater aller Araber. Wenn man schon bei Abraham angekommen ist - der wurde noch älter - so kann man entsprechend den Angaben des Buchs Genesis über Noah und die sehr alt gewordenen Erzväter - die wurden noch älter, Methusalem als Rekordhalter 969 Jahre - bis zu Adam und Eva vordringen, erschaffen im Jahr 4004 v. Chr. Nun haben diese von Abraham abstammenden Araber auch sehr relle (und adlige) Nachkommen - und zwar über die Mauren in Spanien: Ab Sancho III. von Navarra, genannt der Große, so ziemlich alles, was in Kastilien, León und Aragón König war. Andrerseits haben die spanischen Könige auch römische Vorfahren, dann landet man irgendwann wieder bei Zeus oder Aphrodite. Paßt doch gut mit Adam und Eva zusammen - man muß das halt alles nicht so 110%ig ernst nehmen, sondern einfach nur als genealogisches Kuriosum genießen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike mythologische Pseudo-Vorgahren
BeitragVerfasst: 10.11.2008, 16:43 
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Registriert: 07.11.2008, 14:07
Beiträge: 20
In die Liste der römischen Götter darfst du auch noch griechische und ägyptische Götter mitaufnehmen. Zu denen ist es nähmlich auch nicht viel weiter als zu den römischen Kollegen ;-)

Aber meiner Meinung nach gehören auch diese Einträge zur Genealogie dazu, sie haben halt mehr symbolischen Charakter als, dass sie tatsächliche Erbfolgen wiederspiegeln.
Andersrum würde ich aber auch nicht abstreiten, dass sehr viele Menschen von Abraham abstammen. Das liegt einfach an der kleinen Zeitspanne, die seit Abraham vergangen ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Antike mythologische Pseudo-Vorfahren
BeitragVerfasst: 11.11.2008, 00:41 
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Registriert: 11.11.2008, 00:10
Beiträge: 421
Wohnort: Hamburg-Billstedt
In der Vergangenheit sind Vorväter oft glorifiziert worden-soll heißen: die Geschichte wurde von mal zu mal aufgebauschter - und der Opa wurde immer toller und vielleicht heldenhafter.
Vielleicht wurde aus Opa Odin der Gott Odin usw.
Soll nur ein Denkanstoß sein.
Also ich lösche keine Vorfahren in den alten Stammbäumen meiner Ahnen. In diesem Fall kommt bei mir der Chronist durch-der aufzeichnet, erhält, aber nicht zensiert!

Gruß
Michael


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 Betreff des Beitrags: Re: Antike mythologische Pseudo-Vorfahren
BeitragVerfasst: 11.11.2008, 19:44 
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Registriert: 01.11.2008, 19:52
Beiträge: 2129
Wohnort: Freigericht
Da liegst Du gar nicht so falsch. Bei den alten Sachsen (den Vorfahren der Sachsen, die zusammen mit den Angeln im 5. Jahrhundert England eroberten) gibt es im 3. Jahrhundert einen Bodo, der später unter dem Namen Odin als Gott verehrt wurde. Frage mich aber keiner, wie und warum aus dem Bodo Odin wurde, vielleicht hat man angenommen, daß der Geist Odins in ihn gefahren ist. Na ja, und die römischen Kaiser wurden ja nach ihrem Tod auch zu Staatsgöttern ernannt, angefangen hat damit der Kaiser Augustus mit seinem Adoptivvater Julius Cäsar, das war dann der Divus Iulius und besonderer Schutzgott für seinen Adoptivsohn.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike mythologische Pseudo-Vorfahren
BeitragVerfasst: 30.11.2008, 14:39 
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Registriert: 16.04.2008, 18:02
Beiträge: 559
Wohnort: Wedemark Region Hannover
Bodo, Bot(h)o, Bote, Bode[b] wird in vielen Fällen Koseform zu einem der zahlreichen mit Bode, Bote = Gebietender, Beauftragter, Bevollmächtigter zusammengesetzen Namen wie Sigbot, Reinbot, Marbod oder Bodomar sein. Er tritt schon sehr früh als einstämmiger Vorname auf und findet sich noch häufig besonders in nd. Urkunden des ausgehenden Mittelalters.
Ein heilige Bodo, fränkischer Herkunft war im 7. Jh. Bischof von Toul, der bayrische Pfalzgraf Botho der Tapfere begegnet uns unter Heinrich dem iV.
Wie kommst Du auf die Idee, der Name könnte vom heidnischen Odin kommen?

Magistri

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike mythologische Pseudo-Vorfahren
BeitragVerfasst: 01.12.2008, 00:31 
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Registriert: 01.11.2008, 19:52
Beiträge: 2129
Wohnort: Freigericht
Gar nicht. Odin hat mit Bodo mit Sicherheit - wie du selbst schreibst - nichts zu tun. Da hat irgend jemand seinerzeit den Bodo "vergöttert" und ihn dann möglicherweise mit Odin identifiziert -warum bzw. evtl sogar mit Absicht - das ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Wie und warum so eine Vergottung aber tatsächlich funktioniert hat, hat an ganz anderer Stelle und zu anderer Zeit der Adoptivsohn Cäsars vorexerziert: Mit richtigem Namen hieß er ja Gaius Octavius, nach Adoption gemäß dem römischen Regelwerk Gaius Iulius Caesar Octavianus. Das hat ihm offenbar nicht gereicht. Er hat - noch zur Zeit des Triumvirats - die Vergottung Cäsars durch Senat und Volk durchgesetzt und sich dann Gaius Iulius Caesar Divi Filius , also Sohn des Gottes genannt. Da steckte natürlich reine Propaganda dahinter. Erstens hatte er dann den gleichen Namen wie sein berühmter Adoptivvater und als "Divi Filius" war er zweitens seinen Triumviratskollegen haushoch überlegen. Octavian hat er sich selbst nie genannt - dieser sein auf die Adoption hinweisender Name wurde zwar noch zu römischer Zeit aber erst später wieder publik, um ihn von "richtigen" Cäsar unterscheiden zu können. So eine Propagandamasche könnte natürlich auch bei dem Bodo - der war ein Stammesführer oder "König" - bzw. seinen Nachfahren eine Rolle gespielt haben.

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